Die Hochzeitssaison läuft bei mir bis in den Oktober, ein paar Termine stehen also noch aus. Aber die meisten Galerien sind verschickt, und der Herbst ist für mich der richtige Moment, um zurückzuschauen. Die Saison 2026 war eine, die mir lange in Erinnerung bleiben wird. Nicht wegen einer einzelnen spektakulären Location, sondern wegen der Vielfalt: Tracht und Spitze, Regen und Sonne, Bergwiese und Stadtpalais.

Geführt hat mich das Jahr quer durch den Pinzgau und darüber hinaus: nach Saalfelden, Leogang, Zell am See und Niedernsill, nach Goldegg im Pongau und bis nach Wien.

Ein Sommer in Tracht

Wenn ich an diesen Sommer denke, sehe ich zuerst ein Paar auf einem Holzsteg am Goldegger See. Hellblaues Dirndl, Lederhose, dahinter Kirche und Schloss Goldegg, die sich im Wasser spiegeln. Kaum ein Bild zeigt für mich so klar, warum ich hier im Salzburger Land fotografiere: Die Kulisse ist einfach da. Man muss sie nur sehen und den Moment abwarten, in dem das Licht und die beiden zusammenpassen.

Brautpaar in Tracht steht auf einem Steg am Goldegger See, im Hintergrund Schloss Goldegg und Kirche

Trachtenhochzeiten haben ihren eigenen Rhythmus. Sie sind oft bodenständiger, lauter, näher an der Familie. Und sie geben mir Motive, die ich mit keinem Anzug der Welt bekomme: den Kontrast von Dirndl-Blau vor altem Holz, das Hochzeitspaar vor dem Bauernhaus in der hohen Wiese, oder das lachende Loslaufen über die Wiese, das ich am liebsten bewusst leicht verwischt in Schwarzweiß festhalte.

Brautpaar in Tracht läuft lachend über eine Wiese, bewegte Schwarzweiss-Aufnahme

Regen ist kein Grund zur Sorge

Es gab ihn natürlich auch diesen Sommer: den Tag, an dem es zur Paarfoto-Zeit zu regnen begann. Ich sage es jedem Paar im Vorgespräch, und ich sage es hier noch einmal: Regen ist für Fotos kein Problem, solange wir ihn annehmen. Ein transparenter Schirm, ein weicher grauer Himmel und zwei Menschen, die sich ansehen — das ergibt Bilder mit einer Ruhe, die man bei Sonnenschein selten bekommt.

Brautpaar lacht sich unter einem transparenten Regenschirm an

Und dann passierte, was oft passiert: Mitten im Paarshooting hörte es auf zu regnen. Wir haben den Schirm weggelegt und einfach weitergemacht, ohne die Location zu wechseln — vor der alten Holzhütte, an der Steinmauer, mit Blick auf die Berge, die langsam aus den Wolken kamen. Ein Ort, zwei Stimmungen, und am Ende eine Serie, die beides erzählt. Der salbeigrüne Anzug des Bräutigams war dabei eine kleine Offenbarung: Er passt zu jeder Landschaft hier und wirkt trotzdem festlich. Wer 2027 noch nach einer Farbe sucht — ich hätte da einen Vorschlag.

Bräutigam hebt die lachende Braut hoch, im Hintergrund Bergkulisse

Ausflug in die Stadt

Nicht jede Hochzeit, die ich begleite, findet zwischen Bergen statt. Eine der schönsten Reportagen dieses Jahres führte mich nach Wien, in ein Stadtpalais mit gepflegtem Garten, weißem Rosenbogen und einer Prunktreppe mit rotem Läufer. Nach so vielen Wiesen und Wäldern war das eine willkommene Abwechslung: klare Linien, Architektur, ein langer Schleier auf einer Treppe. Ich habe mich bei diesen Bildern bewusst zurückgenommen — die Räume brauchen keine Inszenierung, sie brauchen nur ein bisschen Geduld.

Braut mit langem Schleier und Bräutigam von hinten auf einer roten Prunktreppe

Brautpaar geht Hand in Hand durch einen Palaisgarten, Schwarzweiss-Aufnahme

Was ich aus 2026 mitnehme

Nach jeder Saison notiere ich mir ein paar Dinge. Drei davon möchte ich teilen:

  • Das Paar-Shooting darf kurz sein, aber plant 60 Minuten ein. Die eigentlichen Bilder entstehen oft in wenigen Minuten. Der Weg zur Location, das Ankommen, ein kurzes Durchatmen und der Rückweg brauchen aber ihre Zeit. Wer eine Stunde einplant, hat keinen Stress — und Stress sieht man auf Fotos.
  • Das Paar-Shooting gehört vor die Trauung. Nicht wegen des Lichts, sondern wegen euch. Wer die Paarfotos während der Agape oder am Nachmittag macht, verpasst genau die Stunden, in denen alle Gäste da sind und die Stimmung am schönsten ist. Wer sie vorher erledigt, kann die Feier einfach genießen. Die Paare, die sich 2026 dafür entschieden haben, haben es mir alle bestätigt.
  • Schwarzweiß ist kein Notnagel. Immer mehr Paare wünschen sich einen Teil der Bilder ganz bewusst in Schwarzweiß. Ich sehe das genauso: Es nimmt die Ablenkung weg und lässt den Moment stehen.
  • Der Regen kommt, wenn er kommt. Und er hat mir dieses Jahr einige meiner liebsten Aufnahmen beschert.

Danke

An alle Paare, die mich 2026 an ihrem Tag dabeihaben wollten: Danke für euer Vertrauen, für die Tränen, das Lachen und die vielen kleinen Momente dazwischen. Ihr habt diese Saison zu dem gemacht, was sie war.

Und an alle, die gerade planen: Die Saison 2027 füllt sich bereits. Wenn ihr euch für eure Hochzeit einen Fotografen wünscht, der den ganzen Tag mit dabei ist, schaut euch meine Hochzeitsfotografie an oder schreibt mir einfach — ich freue mich auf euch.